„NLP
verändert Schule“
von Univ. Lekt. Mag. Dr. Elisabeth Zechmeister,
Books on Demand GmbH, Norderstedt 2007
Rezension
von Heinz Raab
Das Buch ist als wissenschaftliche Studie über
die Auswirkungen eines gezielten NLP-Trainings auf die
Schulleistung und Motivation von Schulkindern entstanden.
Es ist in zweifacher Hinsicht von hohem Wert für
Pädagogen und Neurolinguisten, weil es als eine
Dissertation die Ansprüche an die Wissenschaftlichkeit
der Aussagen erfüllt und weil es durch seine Praxisnähe
zum Schulalltag für Pädagogen eine Fundgrube
an Übungen und Techniken darstellt, die leicht
umsetzbar sind. Das alles schildert Frau Zechmeister
aus der Sicht und Erfahrung als Lehrerin, Lehrerbildnerin
und Psychologin. Mit dieser Dissertation lassen sich
die Einwände gegen den Einsatz von NLP-Elementen
im Unterricht widerlegen und die pauschale Verurteilung
des NLPs, es sei nicht wissenschaftlich abgesichert,
lässt sich damit aufheben.
Robert Dilts, der bedeutendste Entwickler des NLP, schreibt
in seinem ausführlichen Vorwort, dass von Anfang
an das NLP in seiner Anwendung im erzieherischen Bereich
mit seinen Prinzipien und Methoden die meisten Erfolge
versprach. Das hat sich in der Folgezeit bewahrheitet.
Weil NLP mehr Wert auf Nützlichkeit legte und weniger
auf „Wahrheit“, geschah wenig akademische
Forschung. Warum auch? Seine Nützlichkeit im Bildungsbereich
war ja so offenkundig. So lobt Dilts die Autorin folgerichtig
dafür, dass sie die Ergebnisse der NLP-Anwendung
darstellt und nicht die „Wahrheit“ von NLP
zu beweisen versucht. Dennoch weiß auch Dilts
um die Wichtigkeit von wissenschaftlicher Fundierung
für die Anerkennung des NLPs im öffentlichen
Bewusstsein und spricht der Autorin seine volle Anerkennung
für ihre Leistung aus.
Da sich das Buch an alle Menschen wendet, die einen
Bezug zu Schule haben, aber i. d. R. nicht in NLP ausgebildet
sind, führt die Autorin ihre Leser zuerst einmal
in die Begrifflichkeit des NLPs und in die Möglichkeiten
seiner Anwendung im schulischen Bereich ein. In den
Unterkapiteln „NLP für Lehrer“ und
„NLP für Schüler“ beschreibt sie
die wichtigsten Formate, die zum Einsatz kommen. Den
Themen Motivation und Lernerfolg widmet sie zwei Kapitel.
Im restlichen Drittel des Buches stellt sie die von
ihr durchgeführte Untersuchung vor.
Die in der Öffentlichkeit meist nur vordergründig
geführte Diskussion der Pisa-Studie lenkt die Hauptaufmerksamkeit
auf den Mehrerwerb von kognitivem Wissen. Wie gebannt
starren auch die Politiker auf die Statistiken dieser
Studie und leiten daraus ihre Reformvorschläge
ab. Das Wohlbefinden von Lehrern und Schülern,
deren Freude am Lehren und Lernen, gerät ihnen
dabei aus dem Blick. Dass Schule ganz entscheidend für
die Lebensqualität ganzer Generationen verantwortlich
sein kann, wird nicht in Betracht gezogen. Die enorme
emotionale Belastung für die Lehrkräfte durch
immer schwieriger werdende Kinder und durch die übersteigerten
Anforderungen an die Schule durch die Öffentlichkeit
verursacht eine immer mehr Burn-out-Syndrome und Frühpensionierungen
bei Lehrern. Viele Schulleiterstellen bleiben lange
unbesetzt, weil eine falsch beratene Kultusbürokratie
immer mehr Verwaltungsarbeit aufbürdet und so den
Schulleiter von seiner eigentlichen Aufgabe abhält,
seine Schule zu einem Ort des lustvollen und erfolgreichen
Lernens zu machen.
Da ist es so erhellend, von der Autorin zu hören,
dass der Bereich Selbstmanagement aus dem NLP-Angebot
am meisten Hilfestellung für die Unterrichtsarbeit
bringt. In vielen überzeugenden Beispielen zeigt
Frau Zechmeister auf, welche Mittel Lehrer einsetzen
können, um nicht in den Sog von Ärger und
Frustration zu geraten, wie sie ein Lernklima erzeugen
können, in dem Lehrer und Schüler gemeinsam
sich für Lerninhalte begeistern können. Sie
kommt in ihren Darlegungen ohne einen für den Laien
unverständlichen NLP-Jargon aus. Dennoch gelingt
es ihr, die hinter den NLP-Begriffen und –Techniken
stehende Ethik sichtbar zu machen. In diesem Abschnitt
„NLP für Lehrer“ lässt sie kein
relevantes Thema aus. Dessen Lektüre würde
schon alleine einen ganz neuen Blick auf Schule und
Unterrichten ermöglichen.
Im Abschnitt „NLP für Schüler“
illustrieren viele Bilder von Schülern, wie Übungen
und bestimmte Arbeiten ablaufen. Das Thema Rechtschreibung
z. B. beleuchtet sie auf vielfältige Weise und
bezieht dabei den Einsatz von Computern im Klassenzimmer
mit ein. Eine hilfreiche Redundanz erzeugt sie dadurch,
dass sie Themen aus dem Lehrerabschnitt wieder aufgreift
und jetzt in Beziehung auf den Schüler setzt. Sie
setzt nicht nur bekannte Techniken von NLP-Entwicklern
ein, sondern hat auch eigene Vorgehensweisen ausgedacht
und erprobt. Begründungen für die Anwendung
der NLP-Elemente holt sie nicht nur aus der NLP-Literatur,
sondern dehnt ihre Recherchen auch auf andere Wissensgebiete
aus und landet mitunter sogar bei Aristoteles.
Die Erhebung der Untersuchungsergebnisse berücksichtigt
alle Kriterien, die in einer wissenschaftlichen Dissertation
eine Rolle spielen. Sie verschweigt nicht Schwierigkeiten,
die bei einer Versuchsgruppe auftraten. Damit erhöht
sie die Glaubwürdigkeit ihrer Untersuchung. Insofern
gibt sie ein nachahmenswertes Beispiel für Hochschulabsolventen
ab, die ebenfalls NLP zum Gegenstand von Untersuchungen
machen wollen. Sie finden in 50 Literaturangaben reichlich
Quellenmaterial für eigene Studien.
Es ist sehr ermutigend für Pädagogen, dass
das Gesamtergebnis des NLP-Einsatzes sehr positiv ausfiel.
Diese Untersuchung rückt endlich wieder den Menschen,
den lehrenden und den lernenden, in den Mittelpunkt
und nicht den Lernstoff.
Ich empfehle dieses Buch allen Suchern nach einer Schule,
die für die heranwachsende Generation ein Ort ist,
den sie gerne aufsucht und in dem sie das Rüstzeug
für ein glückliches, erfülltes Leben
erhält.
Die Autorin ist unter der e-Mail-Adresse elisabeth@nlpacademy.at
zu erreichen.